Polierbuersten

Gold, Platin, Palladium und der Glanz

Gold ist immerwährend, kann unendlich neu zusammengeschmolzen und verarbeitet werden. Gold zersetzt sich nicht, es ist immer da. Gold kann man gut legieren, das heisst mit anderen Metallen mischen uns so seine Farbe und Eigenschaften beeinflussen. Weissgold zum Beispiel ist eine Mischung aus Feingold und Palladium. Gold ist unempfindlich gegen praktisch alle äusseren Einflüsse. Und man kann es hervorragend polieren, nichts glänzt so schön wie Gold. Wir sind Elstern, wir sind Goldschmiedinnen und wir lieben Gold!

Auch Platin glänzt und ist wundervoll schwer. Es leitet Wärme gut und nimmt die Körpertemperatur schön an beim Tragen. Deshalb mögen wir auch Platin sehr, obwohl es nicht ganz so einfach auf Hochglanz zu polieren ist. Seine Farbe ist von einem hellen Silbergrau und es reagiert ebenso wie Gold auf keine äusseren Einflüsse. Platin ist schwieriger zu verarbeiten und zu schmelzen, es ist zäh und sein Schmelzpunkt ist viel höher als der von Gold. Platin wird ebenfalls legiert, damit es sich besser bearbeiten lässt. Platinlegierungen haben einen sehr hohen Feingehalt von meist mindestens 950 Tausendsteln. Das heisst, die Mischung besteht aus 950 Teilen reinem Platin und 50 Teilen anderen Metallen. Platin war lange das kostbarste Edelmetall, im Moment ist sein Preis aber wegen geringer Nachfrage in der Industrie ungewöhnlich tief.

Goldkisten
Ein Blick in unser Goldlager. In den offenen Kisten sieht man Rotgold und Weissgold.

Bei den Goldlegierungen, welche wir verwenden, beträgt der Feingehalt 750 - früher nannte man diese Legierung «18 Karat Gold». Sie enthält 750 Teile reines Gold und 250 Teile andere Metalle wie Palladium, Kupfer und Silber. Bei Rotgold wird mehr Kupfer beigemischt, bei Gelbgold mehr Silber und Weissgold wird wie erwähnt mit dem Zusatz von Palladium hergestellt.

Damit sind wir beim Palladium, das auch glänzen kann und welches in die Familie der Platinmetalle gehört. Seine Farbe ist ebenfalls Silbergrau, aber etwas dunkler als Platin, und es ist nur halb so schwer. Bei der Verarbeitung verhält es sich ähnlich wie Platin. Lange haben wir Palladium als Alternative zu Weissgold verwendet, weil es wesentlich leichter und günstiger war als Gold. Unterdessen hat es sich wegen der grossen Nachfrage in der Industrie massiv verteuert. Palladium kostet im Moment doppelt so viel wie Platin und es ist auch wesentlich teurer als Gold.

Jack mit maske und lupe
Jacqueline beim Polieren - mit Maske und Lupe.

Und wie entsteht nun dieser Glanz? Die perfekte Hochglanzpolitur braucht eine gute Vorbereitung. Alle Kratzer auf dem Schmuck müssen mit feinem Schmirgel weggeschliffen werden. Dann bearbeiten wir das Metall mit kleinen, rotierenden Bürsten und Polierpaste. Dabei entsteht viel Staub und wir schützen uns dagegen, indem wir für diesen Arbeitsgang Feinstaubmasken tragen. Am Schluss sind wir schwarz bis hinter die Ohren, aber glücklich über den unvergleichlichen Glanz auf dem fertigen Schmuckstück.

Polierhaende
Wenn der Schmuck endlich glänzt, sind dafür die Finger schwarz.

Kategorien: Goldschmiedekunst Hinter den Kulissen

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